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Aviation-Photography & Globetrotter Club  
 
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CIAF Brno; 09.09.05-12.09.05

 

   
         

 

Teilnehmer: Jens, Nicole, Fred, Sascha        Gäste: Melanie, Ludger

 

Eigentlich hatten wir angedacht, zum Geburtstag der Frecce Tricolori nach Rivolto zu fahren. Da sich aber in Brno die Swifts auf ihren MiG 29 angekündigt hatten, änderten wir unsere Pläne zu Gunsten des Czech International Airfest!

Am Freitag Abend machten wir uns auf die ca.1000km lange Reise. Als Fahrzeug diente uns ein gemieteter Mercedes Bus. Da wir noch zwei Gäste an Bord hatten, erschien uns ein geräumiger Kleinbus als geeignetstes Fortbewegungsmittel.

Als wir in Hannover angekommen waren um Jens mitsamt seiner Ausrüstung zu verstauen, stellten wir fest, dass Sascha es geschafft hatte, das fast nagelneue Fahrzeug noch in Bohmte an Nachbars Mauer zu bugsieren, was einen nicht unerheblichen Schaden in Stoßstange und Lack nach sich zog. Die 1000 Euro Selbstbeteiligung im Versicherungsfall ließen uns einiges Ungemach am Ende der Reise vermuten, folglich erlitt die Stimmungskurve eine vorrübergehende negative Ausrichtung, die sich aber schnell wieder regenerierte.

Die ersten 150km erwiesen sich durch Blasenschwächen seitens der Damen und einigem Kompetenzgerangel seitens der orientierungslosen Herren bezüglich der richtigen Fährte schwierig, aber nach heroischem, aufopferungsvollem und selbstlosen Kampf gegen die Müdigkeit brachte uns Sascha in den frühen Morgenstunden sicher vor das verschlossene Tor des Parkplatzes in Brno.

Nun ward es Zeit, der im Kofferraum um Gnade winselnden Kiste Veltins den Garaus zu machen. Wir waren schließlich in Tschechien, einem der Länder, in denen der gute Pilsgeschmack zu Hause ist und wir uns um Nachschub keine Sorgen machen brauchten.

Nach anschließendem, reibungslosem Buspendelverkehr zur Base inspizierten wir das etwas magere static-display, welches jedoch mit einer Il-76 (Unterstützung Swifts), einer nagelneuen Gripen und div. Sokol Modellen einige highlights zu bieten hatte.

Anschließend nahmen wir unsere Plätze am anderen Ende der Bahn ein, um dem flying display zu harren. Leider war das Wetter nicht optimal, aber es prasselte keine Flüssigkeit vom Himmel und war noch recht warm.

Da es erst um 11.00 Uhr (!!!) losgehen sollte, blieb noch genug Zeit, vom Gerstensaft zu naschen. Für umgerechnet gut 50 Cent gab es einen halblitergroßen Becher, gefüllt mit einer köstlichen, bernsteinfarbenen Flüssigkeit, die uns auch den Rest des Tages immer wieder in ihren Bann ziehen sollte.

Das flying begann träge. Da die Gripen bei den tschechischen Luftstreitkräften noch neu ist, glich das display eher einigen Überflügen.

Wenig später aber sollten wir für unsere Kosten und Mühen das erste Mal belohnt werden: Zu unserer Überraschung und ohne Ankündigung im Programmheft machte sich eine MiG 29 UB der Stritzi fertig, um uns eines der besten Solo-Displays zu bieten, welches wir bis dato gesehen hatten. Tief, schnell und laut ließ sie es krachen, das Unternehmen Brno hatte sich schon jetzt fast gelohnt.

Nach einigen mehr oder weniger spektakulären Vorführungen ließ uns das Warmlaufen von insgesamt 10 engines Großes erwarten! Die fünf MiG 29 des russischen Kunstflugteams Strizi (Schwalben) luden uns ein, an ihren Darbietungen teil zuhaben.

Nachdem sich die Formation gefunden hatte, ließen sie uns beim ersten Überflug durch das Schmeißen von Flares gleich wissen, wo der Dackel das Bein hebt.

Es folgten zahlreiche Überflüge, bei denen die Maschinen oftmals direkt über unsere Köpfe flogen. Solche Manöver sind in Westeuropa undenkbar, an vollen Speicherkarten und Filmwechseln im Minutentakt war unsere Begeisterung auch für Außenstehende schwer zu übersehen.

In etwa der Mitte ihres Programms trennte sich eine MiG von den anderen ab, um nach einigen Solofiguren vor den anderen zu landen, die ihrerseits noch eine Vielzahl von Vorbeiflügen boten. Nach einem finalen Split endete das Programm, allerdings erst, nachdem die letzte Schwalbe einen tiefen und schnellen Überflug vollführte, der uns vor Rührung die Tränen in die Augen trieb.

Im Vergleich zu den europäischen Teams ist die Show der Stritzi eher unspektakulär: relativ wenige Formationswechsel keine cross over und nur ein Split. Aber Freunde, sie fliegen MiG 29!!!!! Ein geiles Flugzeug! Sie sind famos lackiert und der Sound ist zum Niederknien! Ein display team, bestehend aus 5 MiG 29, sind sicher ein Höhepunkt einer jeden „Spotterkarriere“, wenn man sie dann noch in Osteuropa sieht, wo man in punkto Zuschauerüberflügen gerne mal ein Auge zu drückt, ein unvergessliches Erlebnis.

 

Das Gesehene an der Bierbude feiernd offenbarte Jens erste Konditionsschwächen indem er mit den Worten: "Ich habe noch nie im Leben so viel Bier getrunken“, eine Cola bestellte. Das Vorhaben wurde aber durch einen aufmerksamen Fred im Ansatz unterbunden. Währendessen reifte in Fred und Sascha ein genialer Plan:

Leiter und Kamera geschnappt, um das Airportgelände gelatscht, von hinten an die Strizi rangeschlichen und Bilder gemacht, die sonst nur wenige haben.

Bevor die beiden aber ihr Vorhaben in die Tat umsetzten, galt es, das Display der Asas de Portugal in Augenschein zu nehmen. Die Formation besteht aus 2 Alpha Jet und wurden in diesem Jahr neu aufgestellt. Das Programm besticht durch extrem eng geflogene Formationen, incl. Loops, Barrel-Rolls und einigen cross-overn.

Im Anschluss machten sich die beiden unerschrockenen Forscher daran, ihren verwegenen Plan in die Tat umzusetzen. Nach 45 min Fußmarsch voll bierseliger Gespräche erreichten die beiden ein Tor. Als sie gerade mit dem Ranschleichen beginnen wollten, wurden sie schon erspäht und der Zutritt (natürlich) verwehrt. Da half kein Winseln und kein Verweis auf die weite Anreise. Der Wachmann in Zivil war unerbittlich und nach einer ausgiebigen Plauderei mit ihm, war es Zeit, den Parkplatz zu suchen, was schätzungsweise noch einmal eine knappe Stunde dauern sollte. Eine ins Auge gefasste Abkürzung über die Autobahn (!!!) wurde durch einen übereifrigen Motorradpolizisten unterbunden. Ziemlich erschöpft erreichten die beiden eine Stunde später den Parkplatz, wo sie von den anderen bereits erwartet wurden. Das Vergnügen war groß, als die Jungs berichteten, dass die Mission gescheitert und sie nicht ein Bild der Stritzi auf ihrem Parkplatz geschossen hatten.

Der Rest des Tages ist schnell erzählt: Im Hotel angekommen bezogen wir schnell die Zimmer, konnten uns noch zu einer warmen Mahlzeit incl. bernsteinfarbiger Flüssigkeit hinreißen lassen, danach ging es ab ins Bett.

Nach dem Frühstück ging es zeitig los. Wir wollten auf die andere Seite des Flughafens, um dem Gegenlicht ein Schnippchen zu schlagen. Trotz anders lautender Verbotsschilder war es kein Problem über einige Nebenstraßen einen Feldweg zum Parken zu erreichen. Die wachende  Polizistin hatte nichts gegen unser Vorhaben einzuwenden.

Wir verfolgten die show von einem Erdhügel. Das Programm war identisch mit dem des Vortages, nur flogen uns die Jets an diesem Tag im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren. Leider war das Wetter noch ein wenig trüber als am Samstag. Das Licht war gerade ausreichend. In lustiger Gesellschaft von zwei Holländern erlebten wir einen netten zweiten Airshowtag.

Nachdem wir die letzten Dosenwürstchen vertilgt hatten, begann die Heimreise, die geprägt war von unfreiwilligen Stadtrundfahrten in Prag und Dresden. In den frühen Morgenstunden kamen wir wieder zu Hause an.

 

Fazit: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber fünf! Ohne Stritzi wäre das CIAF 2005 die lange Anreise sicher nicht wert gewesen, so aber erlebten wir eine unvergessliche Show. Für das airshow-party.de Team eine würdevolle Premierenveranstaltung in voller Personalstärke.

Das beste zum Schluss: Europcar hat nichts gemerkt!!!